Wie wir  heute shoppen und warum

Screen Shot 2016-02-10 at 3.35.33 PMIn New York soll es morgen wieder kalt werden. Deshalb wollte ich mir heute noch rasch ein paar Stiefel kaufen. Nun ist der Winter doch schon recht fortgeschritten, und die Auswahl in den Läden entsprechend beschränkt. Zudem stand ich wieder mal unter Zeitdruck. Also griff ich am Weg ins Büro zum Handy, checkte erst Mal, welche Modelle mein Lieblingskaufhaus noch im Angebot hatte, wählte das passende aus, stellte sicher, dass es stationär verfügbar war und klickte auf “Buy” mit der Auflage, das neu erstandene Schuhwerk wenige Stunden später im nahegelegenen Laden abholen zu können. Es war eine effiziente Omni-channel-Einkaufserfahrung, die insgesamt wohl weniger Zeit in Anspruch nahm, als die detaillierte Niederschrift ihrer Abwicklung. “Mobile” spielte dabei, wie es in solchen Szenarien häufig der Fall ist, eine zentrale Rolle. Wie amerikanische Verbraucher heute shoppen, welche Plattformen sie einsetzen und warum, das hat Facebook jetzt im Verbund mit GfK in einer aktuellen Studie ermittelt. Hier einige der genannten Argumente.

Screen Shot 2016-02-04 at 9.54.26 PMBei der Studie kamen 2,400 Verbraucher zu Wort. Sie alle waren Omni-channel Shopper und hatten in den letzten drei Monaten über diverse Kanäle hinweg Produkte, wie Kleider, elektronische Geräte, Kosmetika und Küchengeräte, gesucht und gekauft.

Eine wichtige, wenn auch wenig überraschende, Erkenntnis: mobile Geräte spielen im Shopping-Prozess eine zentrale Rolle. Sie werden heute in rund 50% aller Transaktionen eingesetzt, sei es um Produkte zu suchen, Preise zu vergleichen, oder gleich einzukaufen. Im kommenden Jahr, soll dieser Prozentsatz nochmals kräftig wachsen, zumal über 60% der Befragten ihr Handy künftig nicht nur fürs digitale, sondern auch fürs stationäre Shopping einsetzen wollen.

Warum Verbraucher beim Einkaufen heute vermehrt auf mobile Geräte setzen? Weil man sie, so rund die Hälfte der Facebook-Umfrageteilnehmer,  jederzeit und überall nutzen kann und weil man sie ohnehin stets griffbereit hat.

Sicher, manche Menschen ziehen Computer, ob der größeren Bildschirmflächen, oder Läden, ob des höheren, taktil-orientierten Einkaufsvergnügens, vor. Generell aber ist der Vormarsch von Mobile Commerce, gar nicht mehr aufzuhalten.

Das wissen erfolgsorientierte Retailer natürlich auch. Laut einer weiteren Studie haben 60% der US-Marketer die Qualifizierung ihrer Mobile Commerce- Strategie zur diesjährigen Top-Priorität erklärt. Dabei dürften sie, unter anderem auch, auf die Anregungen der Facebook-Umfrageteilnehmer eingehen. Sie wünschen sich bessere Apps, Bestell-Lieferung an mehrere, unterschiedliche Adressen, und maximalen, mobilen Einkaufskomfort, auch ohne Händler-App.

Was sich die Mehrzahl der Befragten aber wirklich wünschen: bessere Omni-channel-Shoppingmöglichkeiten, Möglichkeiten also, wie ich sie heute morgen ganz selbstverständlich in Anspruch genommen habe, obschon sie, wohl auch in den USA [noch] nicht allerorts verfügbar sind.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt 

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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Kommentare zu Wie wir  heute shoppen und warum

  1. Das ist ein wirklich guter Beitrag. Ich bin auch der Meinung, dass das Internet die Zukunft des Schoppens ist.

    Wobei ich dazu noch sagen muss, das Deutschland der USA meines Wissens nach ein paar Jahre hinterherhinkt. Was das Internet und seine Möglichkeiten betrifft.

    Wenn man diese Studie in Deutschland durchführen würde, würde man wahrscheinlich keine 50% Mobile Transaktionen erreichen. Aber in ein paar Jahren denke ich mal schon.

    Gruß,
    Steven

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