Burger King wird Opfer von Twitter-Hack und gewinnt 30.000 Follower

In der Social Media-Welt sprudelt es gar heftig. Gestern verschafften sich Hacker Zugang zum Twitter-Konto von Burger King und sandten eine Stunde lang unsägliche Kurznachrichten im Namen der Fast Food-Kette aus. Etwa, dass sie von McDonald’s übernommen worden war. Tatsächlich war denn am Account bald ein falsches McDonald’s Profil zu sehen. Social Media-Experten schütteln verächtlich den Kopf, weniger, wie mir schien, ob des Missgeschicks der Fast Food Kette, und mehr ob ihres Unvermögens. Die Verantwortlichen würden wohl schlafen, meinten viele tadelnd wüssten offenbar nicht, dass „Whopper 123“ kein sicheres Passwort sei. Auch so mancher Wettbewerber weidete sich an der Misere und beteuerte nicht ohne Zynismus, er habe nun wirklich ganz und gar nichts mit der Cyberattacke zu tun. Kurz, Burger King wurde arg verlacht. Mir scheint allerdings, dass es ausgerechnet der Fast Food König sein könnte, der zuletzt lachen wird.

Die vergangene Woche begann für Burger King bereits mit argen Turbulenzen. Schließlich war die Marke in den Pferdefleisch-Skandal mit verwickelt. Gestern kam es dann zum genannten Twitter-Zwischenfall. Und zu jeder Menge peinlicher Posts. In einer hieß es: „Wir haben einen unserer Mitarbeiter erwischt, als er das tat.“  Dazu gab es dann ein Bild von jemandem, der sich gerade Drogen spritzte. Tja und selbst als das Konto endlich gesperrt worden war, kam es noch zu Problemen. Denn es wurde kurz darauf wieder sichtbar, zwar ohne geschustertem „McDonald‘s“ Profil, aber dafür immer noch mit den anderen falschen Kurznachrichten.

All das führte zu jeder Menge öffentlicher Häme. Social Media-Experten kritisierten, dass Burger King über eine Stunde lang überhaupt nicht reagiert hatte. Viele verwiesen auf die Keksmarke Oreo, die erst neulich beweisen konnten, wie erfolgreich man auf Social Media ist, wenn man schlagfertig in Real Time reagiert.

Mir scheint der Spott aber weniger angebracht. Klar zeigt der Vorfall, wie wichtig laufendes Monitoring und rasche Reaktionsfähigkeit im Social Media Marketing sind. Trotzdem frage ich mich, wieso sich die Kritik in erster Linie gegen Burger King, und nicht gegen Twitter richtete. Schließlich gab der Social Media Betreiber zu, dass es Hackern neulich gelungen war, über eine viertel Million Passwörter zu stehlen.

Die Öffentlichkeit scheint jetzt jedenfalls zu Burger King zu halten. Als sich die Fast Food Kette vor rund neun Stunden auf Twitter zurückmeldete, durfte sie sich über 30.000 zusätzliche Follower freuen. Jetzt ist sie wirklich gefordert. Die Frage ist nämlich, ob es ihr gelingen wird, diese neuen Follower auch weiterhin bei der Stange zu halten und neue hinzuzugewinnen.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt 

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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