Social Media-Triumph für Oreo

Beim Superbowl gibt es bekanntlich nicht nur Sieger im Sport, sondern auch in der Werbung. Diesmal zählte GoDaddy wieder zu den Gewinnern. Zwar kam der provokante TV-Spot des Webhosters bei Zuschauern offenbar nicht sonderlich gut an, er verhalf dem Anbieter aber heute zu einem historischen Umsatzplus, wie Tod Wasserman auf Mashable berichtet. Vielleicht lag es am aufreizenden Inhalt, vielleicht aber auch an der sensationellen Paarung zweier Extreme. Die Paarung von Extremen scheint aber auch bei den Superbowl Social Media-Erfolgen einen entscheidende Rolle zu spielen. Jedenfalls konnten jene Anbieter punkten, die ebenso rasch wie besonnen auf den 35-minütigen Stromausfall im Superdome reagierten. Beispiel Nummer 1: Oreo.

Der Hersteller hat dieses Jahr seine erste Super Bowl-Werbung geschaltet und sie auch gleich mit einer Instagram-Kampagne integriert, um ihren Wirkungskreis auf die Social Media-Sphäre auszuweiten. Der Spot kam ausgezeichnet ein. Oreos große Chance kam aber, als die Lichter im Stadium ausgingen. Die Keksmarke und ihre digitale Werbeagentur 360i reagierten blitzschnell mit nachstehendem Tweet.  Ergebnis: 15.000 Retweets, 20.000 Likes auf Facebook und eine regelrechte Beifall-Lawine in den Medien.

 

Offenbar hatte das Unternehmen ein Mission Control Team aus Agentur- und Brandverantwortlichen parat, das in der Lage war, nicht nur im kreativen sondern auch im administrativen Bereich rasch zu reagieren, also umgehend die richtige Botschaft zu ersinnen und ebenso schnell die Freigabe für die Schaltung zu erlangen.

Auch andere Marken, verstanden es aus dem Blackout Kapital zu schlagen. Beispiel Nummer 2: Tide:

Besonders gelungen waren auch die Tweets von Marken, die keine 4 Million Dollar für einen TV-Spot ausgeben wollten, es aber dennoch verstanden den aktuellen Pass, den ihnen der Stromausfall zuspielte, optimal zu verwerten. Beispiel Nummer 4: Walgreens

 

Was alle Beispiele gemeinsam haben? Sie konnten im Web 2.0 punkten, weil sie kein Newsjacking praktizierten, sondern die aktuelle Situation mit ebenso viel Schlagfertigkeit wie Besonnenheit, kurz mit einer Quadratur des Kreises, zu nutzen wussten.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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