Super Bowl-Werbung, Gangnam Style

Er hat es innerhalb kürzester Zeit zu bislang ungekanntem Ruhm im Musik-Business gebracht. Jetzt scheint sich für ihn ein ähnlich kometenhafter Aufstieg in der Werbeindustrie abzuzeichnen. Jedenfalls konnte Psy einen Top-Vertrag für einen sensationellen Werbeclip landen. Der Snackhersteller, Wonderful Pistachios, hat für seinen Super Bowl-Erstauftritt ausgerechnet den Verfasser von Gangnam Style engagiert. Warum? Weil der kreativer Stil des koreanischen Popmusik-Phänomens offenbar einmalig zur Marke und ihrem clever-doppeldeutigen „Get Crackin’“- Slogan passt. Mir gefällt an der neuen „Wonderful Pistachios“-Kampagne aber nicht nur ihr Hauptstar, sondern auch ihre nahtlose Multichannel-Integration.

Der Spot wird erstmals beim Spiel selbst gezeigt. Danach soll er selbstverständlich auch auf diversen populären TV Stationen  ausgestrahlt werden. Online , etwa auf der Get Crackin’-Website und dem YouTube-Unternehmenskanal, wird es zudem auch noch jede Menge Hinter-den-Kulissen-Filmmaterial geben.

Gleichzeitig hat sich Wonderful Pistachios eine Reihe von begleitenden Social Media-Aktivitäten überlegt. Seit heute gibt es auf Facebook beispielsweise ein Preisausschreiben. Fans sollen ein Foto von sich einschicken, auf dem sie à la „Gangnam Style“ loslegen und Pistazien verdrücken. Als Hauptpreis lockt immerhin ein einjähriger Leasingvertrag für einen Mercedes Benz SLK 250, dem gleichen Model, das Psy fährt.

Gleichzeitig hat Wonderful Pistachios auch diverse YouTube “Stars”, sprich Hersteller von viralen Erfolgsvideos, kontaktiert und sie aufgefordert, nach dem Super Bowl Parodien des Spots zu erstellen.

Die Marketingaktion findet aber nicht nur in digitalen Sphären statt. Auch für den stationären Handel haben sich die Werbereibenden eine Reihe von begleitenden Aktionen einfallen lassen. Ab sofort wird es Amerika-weit, in 50.000 Läden, freistehende Displays geben, die den Super Bowl-Clip thematisch aufgreifen. In größeren Geschäften sollen diese Displays sogar an mehreren strategisch-wichtigen Stellen aufgebaut werden.

Überhaupt scheint Wonderful Pistachios, die Stärken des stationären Handels optimal zu nutzen. So besteht der Snackhersteller beispielsweise darauf, seine Pistazien in den Obst und Gemüse-Abteilungen der Supermärkte zu platzieren. Das ist gleich aus zwei Gründen schlau. Zweitenes, weil das Produkt damit als gesund erachtet wird und damit dem Geschmack der zunehmend-ernährungsbewussten Bevölkerung besser entspricht. Und erstens weil ihm damit keiner Shopper entweicht. Schließlich kommt kein Supermarkt-Kunde am regelmäßigen Besuch der Obst- und Gemüseabteilungen vorbei.

Wir hoffen, dass Verbraucher unsere Werbung sehen, und dann, im Laden, sozusagen zwangsläufig, auf unsere Produkte stoßen, erklärte  Marc Seguin von Wonderful Pistachios kürzlich.  Psy und die integrierte Strategie wird bei Wonderful Pistachios wohl bald die Kassen klingeln lassen. Es wird nicht das erste Mal sein. Der Brand konnte in den letzten Jahren jährliche Umsatzzuwächse von 20% bis 30% verzeichnen.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>