Amazon setzt Facebook Stachel ins Fleisch

Rechtzeitig zu den Feiertagen hat Facebook die neue “Gifts“ Applikation USA-weit verfügbar gemacht. User können damit ihren Freunden zu besonderen Anlässen Geschenke, wie Wein, Süßigkeiten und jede Menge Lifestyle-Produkte, zuschicken. Eigentlich könnte die Anwendung für den Social Media King ein perfekter Einstieg in das Ecommerce-Geschäft und ein sagenhafter Money Maker werden. Allein Amazon scheint diesem Vorhaben entgegenzuwirken. Jedenfalls wartet der online Retailer diese Woche ebenfalls mit einer brandneuen Geschenke-Applikation auf. Und sie steht Gifts in keinster Weise nach. Im Gegenteil.

Keine Frage, die Facebook-Gifts Applikation überzeugt. Sie passt vom Konzept her wunderbar in das Umfeld, weil man doch im erweiterten Freundeskreis gerne Geschenke verteilt. Und sie ist praktisch und einfach in der Anwendung. Der Schenker geht auf die Chronik seines Freundes, klickt auf das Gift-Symbol, wählt ein Produkt aus, wobei er vom System auch individuelle Tipps bekommt, schreibt ein paar nette Zeilen und gibt an, welche Kreditkarte er nutzen will. Voilà, das wäre es auch schon. Den Rest übernimmt Facebook. Der Schenker muss nicht einmal die Adresse des Empfängers kennen.

Gifts könnten die vielen Facebook-User im Handumdrehen daran gewöhnen, auf Facebook einzukaufen, wenn da nicht Amazon wäre. Aber Amazon ist nun einmal da. Und die neue “Friends & Family Gifting”-Anwendung auch. Mit ihr können User die Geburtstage ihrer Freunde und Familienmitglieder uploaden und bekommen eine Nachricht, wenn sich das Datum nähert. Dann können sie via Amazon auch gleich ein schönes Geschenk verschicken.

Nun könnte man die beiden Services wohl als gleichwertig betrachten. Facebook punktet mit besseren Kundendaten – wie Geburtsdaten und Likes der Empfänger, die das Schenken qualifizieren. Amazon besticht mit einer größeren Produktauswahl. Allein, Amazon trumpft. Benutzer können beim online Retailer nämlich ihre Amazon und Facebook-Konten verbinden und so umgehend auf die Daten ihrer Freunde zugreifen. Zudem lässt Amazon seine User auch eine manuelle Wunschliste erstellen. Wer ihnen also eine Freude machen will, geht hier auf Nummer Sicher.

Auf Nummer Sicher will offenbar auch Amazon bei seiner Business-Expansion gehen. Der Retailer hat nämlich mit Friends & Family Gifting den zweiten Vorstoß  in das Reich des Social Media Giganten gewagt. Der erste kam vor einigen Wochen als Amazon eigene Brand Pages einführte und damit in Konkurrenz mit Facebook trat.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>