Social Media und die US-Präsidentschaftswahlen: Doch kein Traumpaar

Dass Barack Obama und Mitt Romney in diesem Jahr bewusst auf Social Media-Marketing setzten, ist hinlänglich bekannt. Aber wussten Sie auch, dass sich die beiden Kampagnen genaue Gedanken darüber gemacht haben, wie viel jeder Social Media-Nutzer ihnen wert ist. Jedenfalls ließen sie für eine Werbung auf der Facebook-Seite einer unabhängigen Wählerin aus Ohio, die mehr als 100 Freunde hat, rund 50 Dollar springen. Bei einem weniger aktiven, eingetragenen Demokraten aus New York waren es gerade mal 5 Dollar. Das hat jedenfalls Abine ermittelt.

Das online Datenschutz-Unternehmen stützt sich dabei auf ein eigenes Tool, mit dem Politiker herausfinden können, wie viel Werbedollar jedem Wähler zugeteilt werden sollten.  Je einflussreicher der User, so Sara Downey von Abine im Unternehmensblog, desto wertvoller ist er für die Kampagne. Politiker wären bereit, hohe Prämien für Social Media Nutzer zu bezahlen, die einen weiten Freundeskreis haben und ihrerseits beinflusst werden können, für eine Partei zu wählen.

Dass die Kandidaten jetzt vermehrt auf Social Media Marketing setzen, klingt einleuchtend. Ob sie mit den Initiativen allerdings viel Erfolg zeitigen, bleibt fraglich. Pew Research hat nämlich herausgefunden, dass Barack Obama and Mitt Romney in den letzten Monaten viel mehr negatives als positives Feedback auf Facebook und vor allem auf Twitter bekommen haben. Offenbar war die Berichterstattung in den sozialen Netzwerken noch wesentlich abschlägiger als in den Mainstream-Medien, die im Übrigen auch nicht allzu viel Schmeichelhaftes über die Kandidaten zu sagen hatten.

Auf Facebook und Twitter schneiden Barack Obama und Mitt Romney also schlecht ab. Romney noch schlechter als Obama. Wenn diese Erkenntnis ein Zeichen für den Wahlausgang ist, dann entscheiden sich die Amerikaner heute lediglich für das Geringere von zwei Übeln. Und das ist in jedem Fall ein bedenklicher Zustand.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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