Bodyform dreht Spieß um und macht aus Facebook-Attacke genialen Social Media Marketing-Coup

Bislang kannten ihn eigentlich nur wenige, den britischen Damenbinden-Hersteller Bodyform. Jetzt ist er mit einem Schlag in aller Munde. Angefangen hat die Story mit einer Krise.  Ein Mann, namens Richard Neill, hatte sich nämlich letzte Woche einen Spaß mit dem Hersteller erlaubt und eine amüsante Schimpflitanei auf dessen Facebook-Seite gepostet (siehe nachstehend). Er habe, so Richard, den schönen Werbungen des Herstellers geglaubt und Frauen immer um ihre Periode beneidet, wo sie doch als so schönes Erlebnis voller Harmonie und sportlichen Höhenflügen dargestellt wurde. In Wirklichkeit, muss er aber jetzt, da er endlich eine Freundin hat,  feststellen, dass selbige zum Monster mutiert, wenn sie ihre Tage hat. „Danke, dass ihr mich dergestalt habt auflaufen lassen, Ihr Schlaumeier“ meint er zum Abschied. Mit dem Beitrag scheint Richard vielen Männern aus der Seele gesprochen zu haben. Jedenfalls konnte er im Nu 84.000 Likes angeln. Bodyform sah’s und ersann einen genialen Coup.

Der Hersteller beschloss kurzerhand aus dem Buzz um die frech-fröhliche Post und damit auch um die eigene Marke Kapital zu schlagen. Anstatt Richard  zu ignorieren, antwortete Bodyform Dienstag ganz gezielt mit einem YouTube Video (siehe nachstehend). Darin tritt die fiktive Chefin des Unternehmens auf, nippt an einem fiktiven Drink, wartet mit einer fiktiven Entschuldigung auf, und entpuppt sich nun ihrerseits als, wie könnte es anders sein, fiktives Monster. Sie gäbe Richard Recht, versichert sie zynisch, ihr Unternehmen habe in der Tat gelogen. Das sei daran gelegen, dass man festgestellt habe, Männer könnten mit der Wahrheit einfach nicht umgehen. Nun würde sie den Fehler aber einsehen, um Verzeihung für die Beschönigungen bitten, und fortan schonungslos ehrlich mit dem heiklen Thema umgehen. Männer hätten diese Kehrtwendung Richard zu verdanken. Er allein habe sie bewirkt.

Das Video ist noch witziger als die ursprüngliche Post, trifft haargenau den richtigen Ton und konnte sich mittels Social Media schon lawinenartig ausbreiten. Social Media User, Blogger und Kritiker sind begeistert,  feiern Bodyform als Social Media-Meister und haben dem Unternehmen damit einen beachtlichen Imagezuwachs und einen wertvollen PR- Erfolg verschafft.

Bodyform hat den Spieß mit Pfiff und Ironie erstaunlich erfolgreich umgedreht. Jetzt ist Richard dran. Ob er antworten wird?

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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Kommentare zu Bodyform dreht Spieß um und macht aus Facebook-Attacke genialen Social Media Marketing-Coup

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  3. Übergreifend ist das natürlich überhaupt nicht lustig. Nachdem weltweit sich Frauen, die das Thema betrifft und – das unterstelle ich ihnen als Frau – davon Ahnung haben, sich über Werbespots zum Thema Tampons/Binden seit jeher selten angesprochen fühlen, schon alleine beim Begriff bzw. der visuell verlogen aufbereiteten „Ersatzflüssigkeit” und diese kritisieren, wird dann jetzt der lustige Spruch eines Kerls erstmals erhört?

    Nö. Ist mir zu billig.

  4. Sehr mutig! So etwas würde sich ein deutsches Unternehmen wohl nicht trauen.

  5. Einfach nur genial! Ich bin gespannt, ob Richard antwortet…

    Schöne Grüße

    Simone Happel

  6. Yvette, gestatten Sie mir die folgenden kleinen Hinweise: Es heißt DIE Litanei und DER Post.

    • y.schwerdt

      Danke, lieber Klaus. Gestattet und korrigiert. Zumindest was DIE Litanei anbelangt. Mit DER Post habe ich noch Probleme und bin deshalb auf einen Alternativbegriff ausgewichen.

    • y.schwerdt

      Danke, lieber Klaus! Gestattet und korrigiert. Zumindest, was DIE Litanei betrifft. Bei DER Post war ich mich nicht so sicher und bin deshalb auf einen Alternativbegriff ausgewichen.

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  8. Katharina Leuck

    Schöne Sache. Allerdings habe ich eine Frage: Wie konstruieren sich die 84000 Likes des Kommentars bei Facebook, die Sie erwähnen? Aktuell hat der ursprüngliche Kommentar auf der Bodyform-Seite 68 Likes und wurde 68 Mal geteilt, die Bodyform-Seite selbst hat unter 6000 Follower… Ich versuche das nur nachzuvollziehen :-)

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  10. John

    … hm, sieht ziemlich nach einer konstruierten Geschichte aus.

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  14. Sehr gut gemachter Video, bloss glaub ich nicht, dass Richards Post echt ist, dafür ist er irgendwie zu professionell getextet. Vielmehr vermute ich, dass Bodyform den Post selbst ins Spiel gebracht und sich im vornherein genügend Zeit für die Video-Antwort genommen hat.

  15. y.schwerdt

    Vielleicht… aber:
    1. Super clever war der Gag allemal
    2. Wenn der Text von Richard gestellt war, wie konnte man a priori auch die vielen, vielen Likes sicherstellen? Das war der Dreh- und Angelpunkt. Die Likes waren es ja, die Aufmerksamkeit für die bislang recht ruhige Marke erregt und den Boden für den Erfolg der Videoantwort gelegt haben.

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  19. Mein Eindruck ist leider auch, dass das ein gut gemachter Fake ist.
    Aus Sicht eines PR-Beraters kann man aber sicherlich sagen, gelungen hinsichtlich der Wahrnehmung.

  20. Hallo Frau Schwerdt,

    vielen Dank für diesen gelungenen Artikel zur Facebook-Aktion von Bodyform. Ich würde gern den Link zu Ihrem Artikel in meinem nächsten Blogbeitrag zum Thema: “Kreative Kritik” als positives Beispiel verwenden, wenn Sie nichts dagegen haben.

    Ich freue mich auf Ihr Feedback,
    mit freundlichen Grüßen

    Andrea Braunger

    • y.schwerdt

      Hallo Frau Braunger,

      danke für Ihre Anfrage. Natürlich können Sie in Ihrem Blog gerne einen Link zum Blogbeitrag setzen.
      Viele Grüße aus NYC
      Yvette Schwerdt

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