Marketing, die neue Erfolgswaffe im Kampf gegen Cyberterrorismus

Im Kampf gegen den Terrorismus wurden bereits alle möglichen Mittel eingesetzt. Die  meisten zeitigten leider nur mäßigen Erfolg. Jetzt versucht es McCann Digital Tel-Aviv mit Marketing. Als sich in den letzten Monaten die Cyber-Angriffe gegen israelische Websites häuften, und ein Eintrag nach dem anderen islamistischen Hasstiraden zum Opfer fiel,  beschloss die Agentur einzugreifen. Unter dem Motto: “If you can’t fight them, redesign them” beauftragte sie die HaBetzefer School of Art and Advertising mit der Neugestaltung und Qualifizierung der gehackten Einträge. Die Ergebnisse lassen sich sehen.

 

Studenten der Fachhochschule sammelten rund 50 der leidigen Websites, unterzogen sie einem kompletten Redesign, das witzigerweise den inhaltichen Hauptbotschaften besser, weil wesentlich ansprechender, gerecht wurde und postete die dergestalt qualifizierten Vorschläge auf diversen Hacker-Foren mit der Bitte doch künftig diese ansehnlicheren Templates zu benützen, falls sie die Attacken denn fortsetzen müßten. Die Botschaft wörtlich: “Wir würden gerne alle Cyber-Kriege beenden. Wenn Sie in der Zwischenzeit aber unsere Sites hacken müßen, lassen Sie doch bitte wenigstens etwas Schönes zurück.”

Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass man heute mit ungewöhnlichen Marketingaktionen auf militante Bedrohungen reagiert. Ich habe an dieser Stelle vor einigen Wochen von der Social Media Aktion erzählt, bei der ein Israeli via Facebook seine Zuneigung zum iranischen Volk bekundet und seinen Unwillen bekundet mit ihm Krieg zu führen. Diese Aktion hat im Handumdrehen Abertausende Fans im Iran und in Israel gewonnen und konnte sich in beiden Ländern einer rasanten, vitalen Verbreitung erfreuen.

Es bleibt zu hoffen, dass die heutige Anti-Hacker- Initiative ähnlich-versöhnliche Ergebnisse vorzeigen wird. Mittlerweile hat sie jedenfalls schon viele PR-Pluspunkte für ihre  Erfinder generiert. Und sie hat uns einmal mehr gezeigt, worauf es im Marketing generell und besonders auch im Krisenmanagement ankommt: auf ein offenes Ohr, eine ausgestreckte Hand, einen weit über den Tellerrand-reichenden Blick, eine Prise Humor und jede Menge Mut und Kreativität.

Aus der Marketing-Metropole New York:

Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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