In New York hat‘s Walmart schwer. Der Retail-Riese, der Amerika im Sturm erobert hat, kann im Big Apple ob lokaler Widerstände und strikter Bodennutzungsbeschränkungen nicht Fuß fassen. Jetzt hat er eine Strategie ersonnen, um die ebenso einkaufswilligen wie komfortbedachten New Yorker dennoch zur Kasse zu bitten. Wie er das bewerkstelligen will, wenn der nächste Laden meilenweit entfernt ist? Indem er gemeinsam mit Procter & Gamble eine gezielte Aktion fährt, die mobile Shopping propagiert. Sinnigerweise setzt er dabei auf das klassischste aller mobilen Werbevehikel, den Foodtruck.
Die @PGMobile-Marketingaktion, die letzte Woche startete und einen Monat lang dauern wird, setzt auf sensationell-aufgemachte Laster, die dieser Tage durch New York ziehen und an belebten Orten, wie dem Union Square und dem Fashion District, indem auch unsere Made-to-Market beheimatet ist, Halt machen.
An den Trucks sind QR Codes für die praktischen aber schwer-transportierbaren Riesenpackungen beliebte Konsumgüter, wie Küchenrollen, Babywindeln und Hundefutter, angebracht. Passanten können die Codes per Handy einscannen und kommen dergestalt in den Genuss der bekannt-günstigen Walmart-Preise und Produktumfänge, ohne sich deplatzieren zu müssen. Walmart schickt bei einem Mindesteinkauf von 45 Dollar die Ware nämlich prompt frei Haus. Die Aktion verfügt auch über eine Twitter-Komponente, über die User nicht nur den Aufenthaltsort der Truck einsehen, sondern auch ihren Besuch in ihrer Umgebung anfordern und gleich an Ort und Stelle einkaufen können.
Mit der Truck-Aktion will Walmart wohl auch den Kampf gegen Amazon antreten. Der online Retailer hat im letzten Jahr ein Umsatzplus von 41% verzeichnet; bei Walmart sind die online Verkäufe im selben Zeitraum hingegen nur um 2% gestiegen. Die @PGMobile-Initiative, die kostenfreie Anlieferung, und die neue mobile App, mit der City-Kunden die prallen Walmart Regale virtuell durchforsten und sofort bestellen können, sollen dieses Ungleichgewicht künftig nivellieren.
Die Aktion scheint bereits zu punkten. Wo immer die Trucks auftauchen, bilden sich Menschentrauben. Dass gutaussehende junge Leute in T-Shirts mit QR-Codes die Laster begleiten und jede Menge Muster verteilen, macht es der neuen Walmart-Initiative wohl auch leichter.
Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt
Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit Schwerpunkt Deutschland-USA. Sie leitet MADE-to-MARKET New York, eine Agentur, die Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem erfolgreichen USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen bei ihrem Deutschland-Geschäft unterstützt.
Als Amerika-Korrespondentin der absatzwirtschaft berichtet Yvette für uns über Aktuelles im Deutschland-Amerika Business. Die MBA-Absolventin mit Erfahrung im offline, online und Social Media Marketing ist zudem auch regelmäßige Sprecherin bei internationalen Fachkonferenzen.