Social Media-Skandal und Story-Power im Vorfeld des Super Bowl

Der Super Bowl 2012 findet zwar erst am 5. Februar statt; trotzdem spricht heute schon alles über die Marketing-Highlights des Spiels. Schlagzeilen machen vor allem Bernas und H&M. Der Bernas –Spot, der eine sentimentale Story erzählt, gilt bereits als Hit. Der H&M-Clip, der auf David Beckham setzt, wird zwar noch mit Spannung erwartet, steht aber ab heute im Schatten eines heftigen Social Media-Skandals.

H&M hat nämlich eine neue Kollektion von Wohnaccessoires, sprich Handtücher, Kissen und  Fußmatten, herausgebracht und sie mit der sympathischen Aufschrift  ”You look nice today” und einem kleinen Herz verziert. Problem Nummer 1: Das Design scheint eine exakte Kopie eines Plakates zu sein, das Tory LaConsay in 2008 gemalt und in ihrer Nachbarschaft aufgehängt hat.  Problem Nummer 2: H&M hat für die Verwendung nie die Zustimmung von LaConsay eingeholt. Problem Nummer 3: Als jene nachfragte, antwortete H&M abwehrend: Wir können Ihnen versichern, dass unsere Design nicht von ihrer Arbeit beinflusst wurde, und dass wir Ihre Rechte nicht verletzt haben. Problem Nummer 4: Die aufkeimenden Facebook-Proteste versuchte der Hersteller zu beschwichtigen, indem er einräumte, das Design sei von LaConsay lediglich „inspiriert“ worden und indem er die Kommentare über den Vorfall offenbar zu löschen suchte. Die Taktik schlug fehl, und H&M hat jetzt das Social Media-Nachsehen. Der Hersteller hat sich mittlerweile für den Vorfall entschuldigt und versichert aufgebrachten Facebook-Fans, dass er mit  LaConsay über eine Lösung verhandelt. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Misere keine negativen Auswirkungen auf seinen ersten Super Bowl-Werbeauftritt haben wird.

Ganz anders liegt der Fall bei Bernas. Der Reishersteller aus Malaysia erntet, bereits im Vorfeld, viel Interesse für seine Super Bowl-Werbung. Der Spot besticht, weil er eine Story erzählt, die emotionell berührt. Weil sich diese Story ohne Hast über drei Minuten lang entfalten darf und Zuseher  zunehmend fasziniert. Und weil weder Marke, noch Unternehmen darin vordergründig benannt werden.

Der Super Bowl Hype ist bereits voll im Gange. Dem Spiel selbst wird deshalb oder vielleicht dennoch entgegengefiebert.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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Kommentare zu Social Media-Skandal und Story-Power im Vorfeld des Super Bowl

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  2. SMM

    Hallo frau Schwerdt,

    vielen Dank für den Artikel und dem Video.

    Das Video von Bernas ist wirklich wunderschön anzuschauen und es wundert mich nicht, dass es viel positive Kritik erntet.
    Im Gegenzug dazu finde ich die Aktion von H&M wirklich unterste Schublade. Das die ihr Social Media Marketing nicht unter Kontrolle haben, bzw nicht wissen, wie man mit dem obengenannten Problem umgeht, ist wirklich erschreckend.

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