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US-Brands werden immer liebesbedürftiger. Jedenfalls scheint es, als würden dieser Tage sämtliche Güter, von der Alufolie bis hin zur Ziehharmonika, ununterbrochen um Facebook-Likes bitten. Anfänglich reagierten User noch recht locker auf die Gesuche und klickten gerne und gutmütig auf „Gefällt mir“. Ergebnis: Ihre Newsfeed waren bald mit Markenbotschaften überflutet, und die Updates ihrer Freunde gingen im Werbegestrüpp unter. Jetzt zeigen sich Nutzer denn auch zunehmend entnervt. Muessen sich Brands also fortan in vornehmer Likes-Zurückhaltung üben? Natürlich nicht. Sie müssen ihre Ansuchen aber auf die Bedürfnisse ihrer potentiellen Fans zuschneiden.
Klar, der Facebook-Like-Button hat das online Marketing revolutioniert und sich als magischer Traffic-Treiber etabliert. Zwei Beispiele: Levi´s konnte seit der Einführung des Daumen-Zeichens einen 40%-Anstieg von Facebook-Besuchern verzeichnen. American Eagle stellte nach der Einbindung des Symbols fest, dass Facebook-Kunden rund 57% mehr ausgaben als andere. Der Like-Button profiliert sich also als Money-Maker. Hinzu kommt, dass Verbraucher, Wiederverkäufer und Investoren die Anzahl der Facebook-Likes auch als Maß für Popularität und Potential einer Marke werten.
Die Frage ist also: Wie gewinnen Marken, trotz steigender User-Skepsis, neue Facebook-Fans? Antwort: Indem sie ihre Aufforderung gleich mit einem verlockenden Angebot verbinden. Was aber wirkt auf potentielle Fans verlockend? Laut einer Umfrage von DDB Paris und Opinionway Folgendes:
1. promotionelle Vorteile (Sonderangebote, Coupons, Geschenke, usw.)
2. aktuelle Updates über neue Produkte
3. exklusive Informationen
4. Feedback-Optionen
All das klingt einleuchtend. Und viele, wenn auch weit nicht alle, Brands haben begonnen, diese Angebote in ihren Facebook-Einträgen einzubinden. Dort schlummern sie allerdings häufig im Verborgenen, weil potentielle, neue Fans sie gar nicht erst zu Gesicht bekommen.
Deshalb raten Marketingexperten ihren Kunden jetzt, ihre „Like us on Facebook“-Ansuchen gleich mit entsprechenden Vorzügen zu verbinden. Beispiel: der Taschenhersteller Timbuk2 hat kürzlich im Firmen-Newsletter ein Preisausschreiben auf Facebook angekündigt und dem Gewinner ein Fahrrad, einen Helm und eine Tasche in Aussicht gestellt. Wer mitmachen wollte, brauchte bloß auf den Facebook-Button zu klicken. Timbuk2 bekam prompt 6.500 Klicks – genau 6.491 mehr als er ehedem mit einem generischen Ansuchen.
Wer künftig also um Facebook-Likes bittet, sollte sich überlegen, wie er gleich auch triftige Gründe für den Klick mitliefern kann. Hat er´s dann geschafft, neue Fans zu akquirieren, so beginnt der eigentlich Job, sie nachhaltend zu binden und für die Marke zu engagieren.
Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt
Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit Schwerpunkt Deutschland-USA. Sie leitet MADE-to-MARKET New York, eine Agentur, die Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem erfolgreichen USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen bei ihrem Deutschland-Geschäft unterstützt.
Als Amerika-Korrespondentin der absatzwirtschaft berichtet Yvette für uns über Aktuelles im Deutschland-Amerika Business. Die MBA-Absolventin mit Erfahrung im offline, online und Social Media Marketing ist zudem auch regelmäßige Sprecherin bei internationalen Fachkonferenzen.
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