Return on Investment vs. Risk of Ignoring: Die neue Social Media-Semantik

Diese Woche steht ganz im Zeichen von Social Media. Schließlich ist Social Media Week in Berlin, London, New York, San Francisco, Sao Paulo und Toronto. Und Tausende diskutieren, im Rahmen der globalen Konferenz, über neue Trends in sozialen und mobilen Netzwerken.
„Niemand kann heute ernsthaft am Power von Social Media zweifeln,“ schrieb mir mein Freund Robi heute auf Facebook und schickte mir den Link zu folgendem Video:

Social Media Revolution 2 (Refresh) from zero2one Marketing Solutions on Vimeo.

Der Clip ist wirklich eindrucksvoll. Zweifler gibt es dennoch. Besonders wenn es um die Wirkungskraft der neuen Medien im Marketingbereich geht. Das hat jedenfalls eine neue Studie von eMarketer ermittelt. Dabei wurden 175 CMOs zum Thema ROI in den diversen sozialen Netzwerken befragt. Keine der gängigen Plattformen schnitt überzeugend ab. Noch interessanter: die meisten CMOs gaben an, sie wüßten nicht genau, ob und inwieweit sich Werbungen auf Social Media überhaupt rechnen würden. Wie sie den Erfolg ihrer Social Media-Kampagnen denn messen würden, fragten die Forscher dann. Die weitgestreuten Anworten – genannt wurden die Anzahl der Besucher, der Fans und der positiven Erwähnungen sowie Zuwächse in Konvesionsraten und Umsatz — deuten darauf hin, dass Marketeers einfach noch nicht wissen, welchen ROI sie von Social Media erwarten können, geschweige denn, wie er sich messen lässt.
Dani Klein findet diese Überlegungen allerdings müssig: “Brands fragen ständig nach dem Social Media ROI, der doch schier unmöglich, zu berechnen ist,“ erklärte mir der Social Media Strategy Supervisor von Digitas heute. Die weit wichtigere Frage sei: “Was ist der neue ROI, sprich der ‚Risk of Ignoring‘ Social Media?” Wenn sich Menschen im Netz über eine Marke unterhielten, und die Marke sei nicht anwesend oder nicht reaktionsfähig, stünden möglicherweise empfindliche Verluste an.
Sicher: Social Media lassen sich im Marketing nicht mehr ignorieren. Trotzdem, so meine ich, werden sich mittelfristig wohl die Plattformen am erfolgreichsten durchsetzen, die eindeutig-messbare Ergebnisse liefern.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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Kommentare zu Return on Investment vs. Risk of Ignoring: Die neue Social Media-Semantik

  1. Kommunikation ist nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts. Das ist der entscheidende Punkt, den Dani Klein mit seinem neuen ROI als “Risk of Ignoring” anspricht. Die Zugänglichkeit ist übrigens neben dem operativen Geschäft vor allem dann gefragt, wenn Brands in einer Krise stecken. Aber wenn die Krise erst einmal eingetreten ist, wird es nichts anderes als ein Zeitverlust sein, die Kommunikationswege um die der Social Media zu erweitern. Krisen begegnet man am besten, in dem man ihnen zuvor kommt. Social Media sollte also von Anfang an integriert werden, will man seinen Ruf auch in schwierigen Zeiten verteidigen. Ich möchte den “neuen ROI” deshalb noch weiter fortführen: vom “Risk of Ignoring” zum “Risk of Irrenowned”.

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