Pinguine sind passé und andere Social Media News

In den USA steigt die Social Media-Nutzung weiterhin exponentiell an. Erstaunlich, schließlich scheinen die meisten Amerikaner ohnehin bereits mehrfach vernetzt. Jetzt kommen aber auch demographische Randgruppen, sprich konkret, die über Fünfzig- und unter Dreizehnjährigen, vermehrt auf den Geschmack der digitalen Kommunikation. Laut einer Studie für das Pew Internet & American Life Project nutzen heute 42% der über Fünfzigjährigen online User soziale Netzwerke; das entspricht einem Anstieg von 20% gegenüber dem Vorjahr. Wirklich erstaunlich ist allerdings: Amerikas Jüngste ziehen im Eiltempo nach. Seit Kurzem gibt es nämlich eigene Plattformen für Kinder. Beispiel: Kidswirl. Das neue Netzwerk, das sich  ‘Facebook for kids,’ nennt, hat zwar erst 10,000 Nutzer, gewinnt aber jeden Monat rund 4,000 neue hinzu, und verzeichnet bereits 50-70,000 Hits pro Tag.

Entwickelt wurde Kidswirl von Toby Clark, einem Vater, dessen Kinder Facebook nicht nutzen dürfen, weil sie das erforderliche Mindestalter von dreizehn Jahren noch nicht erreicht haben. Warum er das Medium ins Leben gerufen hat, erklärt Clark wie folgt: “Die künftige Generation der Tech Kids ahmt viel lieber die online Aktivitäten ihrer Eltern nach, als mit Pinguinen zu spielen”.

Die vermehrte Social Media-Nutzung von Alt aber besonders auch von Jung wirft diverse sozio-psychologische und ethische Fragen auf. Werbetreibenden eröffnet sie neue Perspektiven. Sie  stellt sie aber auch vor neue Herausforderungen. Ob sie ihnen gewachsen sein werden und entsprechendes Fingerspitzengefühl bei der Ansprache der Social Media-Randgruppen entwickeln können… was meinen Sie?

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Über y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für multinationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet Made-to-Market, New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihrer absatzwirtschaft-Kolumne, dem "Brief aus Amerika", bringt Yvette Schwerdt aktuelle Beispiele aus dem USA-Marketing.
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